Inkjet-Druck

Also Tintenstrahldruck.
Gehört zu den NIP-Verfahren: Non Impact Printing, also Druck ohne die Farbe auf das Papier zu drücken. (Bei allen klassischen Druckverfahren wird die Farbe kräftig aufs Papier gedrückt.)

Im Druckkopf sitzen mehrere winzige Kammern, aus denen die Tinte explosionsartig gespritzt wird. Es gibt 2 Verfahren:
Inkjet; ein Piezo-Kristall spritzt die Tinte aus der Kammer (legt man Strom an ein Piezo-Kristall, zieht es sich zusammen).
Bubble-Jet; durch Hitze wird Dampf erzeugt, der die Tinte aus der Kammer drückt

Tintenstrahldrucker drucken zweilenweise und sind deshalb langsamer als Laserdrucker, besonders wenn letztere Kopien einer Seite drucken.
Kann, anders als Laserdrucker, unendlich lange Bahnen Papier von der Rolle bedrucken.
Aussehen des Drucks ist sehr stark abhängig vom bedruckten Papier oder sonstigem Material, da die Tinten unterschiedlich davon aufgesogen werden (auf normalem Kopierpapier erscheint ein Druck sehr matt und wenig kontrastreich).
Sowohl die Tinten als auch Spezialpapiere sind zum Teil sehr teuer. (Preis von Tinten bis zu mehreren hundert € pro 1 Liter)
Farbiger Druck auf Spezialpapieren ist qualitativ wesentlich besser als der von Laserdruckern. Deshalb werden Tintenstrahldrucker zum Proofen oder Fotodruck verwendet. (Laserdrucker sind, wenn man viel drucken muss, schnell und billig.)
Tintenstrahldrucker zumeist nicht postscriptfähig: Können dann keine AM-Raster ausgeben und keine Separationen drucken. (siehe dazu auch Screenshots unten.) Sie sind nicht postscriptfähig, weil sie keinen eigenen RIP eingebaut haben wie die meisten Laserdrucker. Über ein Software-RIP, das auf dem druckenden Rechner installiert ist, können aber auch PostScript-Funktionen ausgeführt werden (Proofsoftware besteht unter anderem zumeist aus einem Software-RIP).
Tintenstrahldrucker haben zumeist keinen eigenen Speicher. Das heißt, der druckende Rechner muss die einzelnen Zeilen, die der Druckkopf druckt, eine nach der anderen zum Drucker schicken. Erst wenn der Druck beendet ist, darf die Verbindung zum Drucker gekappt werden, sonst wird der Druck vorzeitig abgebrochen.
Tintenstrahldrucker sind zumeist nicht mit einer Netzwerk-Schnittstelle ausgerüstet. Sie werden lokal an einem Rechner, über USB oder auch Firewire, früher den Standard Parallel Port (SPP) am PC, angeschlossen.

Und hier ein PDF zum Thema. Es stammt aus dem Buch Print – Professionell vom Monitor zum Druck, GRAEFEN und HRONEK Verlag, Berlin 2013
Siehe auch Kompendium der Mediengestaltung – Produktion und Technik (5. Auflage), Springer, Heidelberg 2011, S. 644 – 650

Abbildungen: unten links nicht postscriptfähig, rechts postscriptfähig

Separation-InkjetSeparation-Laser

Ergänzung vom 26.11.2013:
http://www.print-digital.biz/digitale-drucksysteme/inkjet

Autor dieses Artikels: Daniel Graefen

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